(Auszug aus dem "Handbuch der historischen Buchbestände in Deutschland" (1997) - Band 11, Bayern A - H, S. 278 - 279)
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- Die Pädagogische Literatur des 16. bis 19. Jahrhunderts rekrutiert sich aus einer Reihe von Wissenschaftsfächern und ist nur zu einem Teil bei der Pädagogik aufgestellt. Das Fach umfaßt ca. 2600 Bände, davon ca. 50 aus dem 16. Jahrhundert, ca. 150 aus dem 17. Jahrhundert und ca. 200 aus dem 18. Jahrhundert. Den Schwerpunkt bildet der Bestand des 19. Jahrhunderts, an den 1949 das Sondersammelgebiet Pädagogik der Deutschen Forschungsgemeinschaft anschloß. Für die Beschreibung des gesamten Pädagogikbestandes bildet ein Systematischer Katalog bis 1850 mit 21 Untergruppen und ca. 1200 Bänden die Grundlage. Zur Kindererziehung liegend 25 Bände überwiegend aus dem 18. Jahrhundert vor, darunter aus der Bibliothek Trew Anton Mancinellus, De parentum cura in liberos (Augsburg 1516) oder Nouvelles maximes sur l'éducation des enfants (Amsterdam 1718). Der Bestand zum Volksschulwesen umfaßt ca. 150 Bände, darunter zahlreiche in Erlangen und Nürnberg erschienene Titel u.a. von Heinrich Stephani und Johann Poehlmann. Lehr- und Lesebücher machen ca. 90 Bände des 17. bis 19. Jahrhunderts aus; darunter sind 3 jüdische Lehrbücher des 19. Jahrhunderts, so Jacob Jacobson, Abtalion (Breslau 1842). Werke über Gelehrte Schulen (ca. 20 Bände) schließen sich an, darunter Philipp Melanchthon, Ein Schrift an ein erbare Stadt von anrichtung der lateinischen Schul (Wittenberg 1543). Es folgen Schriften zur Schulzucht (ca. 20 Bände), wie Basilius Faber, Disciplina scholastica (Leipzig 1570), und Schriften zu Lehrmethoden (20 Bände des 16. bis 18. Jahrhunderts).
- Breiten Raum nehmen Abhandlungen zu den einzelnen Unterrichtsfächern ein, vornehmlich zum Lateinischen, aber auch zum Griechischen und Französischen (ca. 40 Bände des 16. bis 19. Jahrhunderts). Zur Didaktik des Französischen findet sich ein Zweckmäßig eingerichtetes französisches ABC-Buch (Erlangen 1808). Es folgen weitere Schulfächer wie Geschichte, Mathematik, Musik, Naturwissenschaften, Kalligraphie und Orthographie sowie Rhetorik (insgesamt 30 Bände des 17. bis 19. Jahrhunderts). Provenienzen sind auch hier die Universität Altdorf, die Bibliothek Trew oder die Markgrafenbibliotheken, letztere u.a. mit Magnus Omeis, Compendium rhetoricum (Nürnberg 1705) vertreten. Zur Philosophie liegen 15 Bände vor, davon 12 von Johann Christoph Wagenseil, dessen enzyklopädisches Werk Pera librorum iuvenilium (Altdorf und Nürnberg 1695) in 4 Exemplaren vorhanden ist. Zur "Leiblichen Bildung" finden sich 5 Titel des 17. bis 19. Jahrhunderts, darunter aus der Bibliothek Trew Johann Friedrich Bachstrom, L'art de nager (Amsterdam 1741).
- Eine eigene Gruppe bildet die Literatur zu Gelehrten Schulen verschiedener Länder (15 Bände) sowie die zu Einzelnen Schulen mit ca. 90 Bänden des 16. bis 19. Jahrhunderts (z.B. Introductio novae scholae Altdorfianae Noriburgensium, Nürnberg 1576). Zu Universitäten sind ca. 420 Bände im Bestand, davon ca. 60 des 16. bis 19. Jahrhunderts zum Universitätswesen im allgemeinen. Literatur zu den einzelnen Hochschulen folgt in alphabetischer Abfolge der Orte (ca. 300 Bände des 16. bis 18. Jahrhunderts), wobei allein die Literatur zu Altdorf ca. 70 Bände ausmachen. Aus der Bibliothek Trew stammt u.a. Tertia panegyris Altdorfiana (Altdorf 1579). Schriften zu ausländischen Universitäten liegen in ca. 60 Bänden vor. Werke zur Geschichte der Pädagogik und zu einzelnen Pädagogen, vor allem zu Pestalozzi und Basedow, machen ca. 70 Bände aus. Sondergruppen bilden Schriften zu Blindenschulen, Taubstummenschulen und Handelsschulen (ca. 20 Bände des 18. und 19. Jahrhunderts). Bemerkenswert ist mit ca. 30 Bänden des 16. bis 19. Jahrhunderts die Literatur zur Prinzenerziehung, vornehmlich aus Altdorf, der Bibliothek Trew und den Markgrafenbibliotheken stammend. Darunter sind Conrad Heresbach, De educandis erudiendisque principum liberis (Frankfurt 1570) und, aus Ansbach stammend, Antoine Varillas, La pratique de l'education des princes (Paris 1684). An Hofmeisterbüchern finden sich 10 Bände des 17. und 18. Jahrhunderts, u.a. Isaac Mentor, Der Hofmeister (Leipzig 1751 - 1753).


